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ALBUM DER WOCHE

Placebo - MTV Unplugged

30.11.2015

Pünktlich zum Bandjubiläum stehen Placebo auf der „MTV Unplugged“-Bühne in London. Seit nun gut 20 Jahren besingt die britische Band Weltschmerz, Einsamkeit und Drogenrausch. Die Songs aus den vergangenen zwei Jahrzehnten wirken wie eine Art Zeitreise – sie sind zwar leiser, aber immer noch voller Bitterkeit und Wehmut. 

Die Band rund um den androgynen Sänger Brian Molko ist älter geworden. Und wirklich viel verändert hat sich doch nicht. Placebo – das war und ist Musik für alle, die sich von der Welt nicht verstanden fühlen. Und auch wenn der einst magere, zerbrechlich wirkende Molko heute nicht mehr ganz so mager ist – die blasse Haut, der schwarze Lidschatten und die tiefschwarzen Haare sind geblieben. 

Das Orchester, Frontmann Molko, Bassist Stefan Olsdal, ebenfalls von Anfang an dabei, und der neue Schlagzeuger Matt Lunn – alle sind sie in Schwarz gekommen. Musikalisch geht es durch alle Schaffensperioden. Von „36 Degrees“ vom Debütalbum bis zum noch nie vor Publikum gespielten „Bosco“ ist alles dabei. 

Placebo wirken leise, das Orchester verwandelt ehemals laute Songs in teils schon dramatisch deprimierende Klagelieder. „Placebo MTV Unplugged“ ist für eingefleischte Fans – für all die, die sich durch die Musik in die Teenagerjahre zurückversetzt fühlen. Eine Zeit, in der man glaubte, nicht in diese Welt zu passen. Und so wirken auch Molko und seine Bandkollegen etwas aus der Zeit gefallen – älter zwar, aber irgendwie kein Stück glücklicher. „The Bitter End“ ist das treffende Ende des rund anderthalbstündigen Konzerts. 

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