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ALBUM DER WOCHE

Thrice - To Be Everywhere Is To Be Nowhere

30.05.2016

Es ist das Ende der Auszeit, aber kein Ende der Eiszeit. Thrice verabschiedeten sich nach dem äußerst positiv aufgenommenen „Major/Minor“ (2011) gemeinsam und kehren nun gemeinsam zurück. Zwischendurch gab es Soloprojekte, Familiendasein, Jobwechsel. „To Be Everywhere Is To Be Nowhere“ ist also kein nervöser Neuanfang oder der Versuch, einen Scherbenhaufen zu beseitigen. Es ist eine von frischem Wind und gewohntem Scharfsinn angetriebene Rückkehr. 

Die Akkus sind wieder aufgeladen. Das erste Aufatmen findet während des Eröffnungsstücks „Hurricane“ statt: Thrice haben nichts von ihrer Intensität verloren. Obwohl sie sich wieder aneinander gewöhnen mussten, gerade weil diesmal die Mitglieder phasenweise von unterschiedlichen Orten aus arbeiteten. Für Frontman Dustin Kensrue war noch kein Album so politisch orientiert. Bezeichnend, dass gerade die erste Single, das enorm eingängige „Blood On The Sand“, dies deutlich zum Ausdruck bringt. 

„To Be Everywhere Is To Be Nowhere“ setzt eine Klammer um das bisherige Schaffen des vielleicht bestgehüteten Geheimnisses der Alternative-Rockwelt. Ob die ungestüme Frühphase, das vierteilige Experiment „The Alchemy Index“ (2007/08) oder der in Richtung Grunge tendierende direkte Vorgänger „Major/Minor“: Thrice wurden insbesondere von den Kritikern immer hoch gehandelt, ohne dass sie je in die Riege der „Weltstars“ vordringen konnten. Und vielleicht ist das auch gut so. Denn nach einer Auszeit mit einem solch fließenden, unaufgeregten und dadurch zugleich aufregenden Werk zurückzukommen, ist auch ohne überzogenen Erfolgsdruck schwer genug.

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