Album der Woche ab 28.05.2021

Ayron Jones - Child Of The State

Wie seine musikalischen Vorbilder Kurt Cobain und Jimi Hendrix, kommt auch Ayron Jones aus der Talente-Stadt Seattle.

„Mein Sound klingt, als würde Michael Jackson in Kurt Cobains Band Gitarre spielen wie Jimi Hendrix“, beschreibt Ayron Jones in einem Interview seinen ganz eigenen Stil. Wie Hendrix und Cobain kommt auch Jones aus Seattle. Speziell mit dem Nirvana-Frontmann ähneln sich die Lebensläufe: Ayrons Eltern sind drogenabhängig, kümmern sich nicht um ihn. Er kommt bei einer Tante unter, fühlt sich trotzdem rastlos. Er fliegt von der Schule und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Seine einzige Zuflucht ist das Gitarrespielen, das ihn seit er 13 ist, nicht mehr loslässt. Neben seiner persönlichen Situation kämpft Jones auch mit äußeren Widerständen: „Am Anfang, wenn wir in einen Rockclub kamen, wurden wir immer mies behandelt, weil wir aufgrund unserer Hautfarbe eben nicht so aussehen wie eine typische Rockband. Erst als wir dann von der Bühne runterkamen waren alle plötzlich auf unserer Seite. Die Songs brachten die Leute jedes Mal zum Umdenken. Sie sprachen für sich.“ Genau das unterstreichen nun auch die 12 Tracks auf seinem ersten richtigen Debütalbum Child Of The State.

„Ich habe schon die Polizei gerufen, denn wir sind die krasseste Band in der Stadt und werden die Wände zum Wackeln bringen. Könnt ihr uns hören?“ fragt Ayron Jones ganz selbstbewusst im ersten Titel Boys From The Puget Sound. „Absolut“ kann darauf nur die einzige Antwort sein, da sich schon nach kürzester Zeit sein virtuoses Gitarrenspiel zeigt. Dieser erste gute Eindruck des Amerikaners setzt sich gleich auf Mercy fort. Eindringlich schildert er den Status Quo seines Landes. Vergleiche mit Gary Clark Jr. liegen auf der Hand. Ein absolutes Highlight ist das anschließende Take Me Away, dessen Arrangement seinesgleichen sucht. Jones erzählt auf diesem Stück von seiner schwierigen Kindheit. Mit seinem Gitarrenspiel, seinem Gesang und den Emotionen bis hin sogar zum Schreien - Ayron, gibt alles und wirft sich förmlich in die Musik, sodass nach dem ersten Viertel des Albums schon getrost applaudiert werden dürfte. Danach wird es mit Supercharged, Free und My Love Remains etwas gefälliger und weniger kantig – Durchatmen ist angesagt. Mit Killing Season geht es auf die Zielgerade, Tempo und Intensität ziehen wieder an. Musikalisch lassen sich Vergleiche mit musikalischen Größen von Slash bis Lenny Kravitz ziehen. Mit Emily und Take Your Time verabschiedet sich Ayron Jones noch einmal mit zwei kraftvollen Hooklines-Tracks.

Child Of The State ist ein starkes, abwechslungsreiches Debütalbum. Die Bandbreite seiner Stimme, seine Fähigkeiten an der Gitarre und musikalische Visionen zeichnen dieses Werk aus und werden ihm hoffentlich eine rosige Zukunft bescheren. Herrlich bescheiden bringt er seine Arbeit auf den Punkt: „Ich will alles dafür tun, dass möglichst viele Menschen mit meiner Musik in Kontakt kommen. Sie soll auch denjenigen eine Stimme geben, die sonst keine Stimme haben.“



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