Album der Woche ab 14.05.2021

Myles Kennedy - The Ides Of March

Unfassbare 3.000 Meilen ist Myles Kennedy durch ganz Amerika gefahren, um seine neue Platte The Ides Of March aufzunehmen.

Unfassbare 3.000 Meilen ist Myles Kennedy durch ganz Amerika gefahren, um seine neue Platte The Ides Of March aufzunehmen. Diese Reise sei für ihn eine Art Rock’N’Roll-Sommercamp gewesen. Das Gefühl der Freiheit und des Loslassens spiegelt sich jetzt auch auf seinem mittlerweile zweiten Soloalbum wider. Myles genießt es deutlich spürbar, die Führung an der Gitarre zu übernehmen, welches in seinen Bandprojekten in dem Umfang nicht möglich ist, und probiert sich auch in anderen Musikstilen aus.

Den Anfang macht das energetische und eher Kennedy-klassische Get Along. Das Intro des Songs baut einen guten Spannungsbogen auf und nimmt sich dann etwas zurück, als Myles dazu kommt. Besonders Spaß macht hier schon das kurze Gitarrensolo in der Mitte des Titels, das auf viele weitere Virtuositäten von ihm hoffen lässt - die natürlich im Verlauf der Platte eingelöst werden. Etwas stakkatoartig schließt sich A Thousand Words an, das auch mal kurz ins Akustische driftet. So richtig kräftig und gut voran geht das Country angehauchte In Stride. Dahingehend wirkt der Titeltrack The Ides Of March filigran, zerbrechlich und Myles wie ein Geschichtenerzähler. Auf mehr als siebeneinhalb Minuten lässt er sich Zeit, durch die vielen Tempiwechsel ist dieser Track interessant und äußerst spannend. Auch Love Rain Down ist insgesamt langsamer, intim und hüllt einen angenehm ein. Bereits 2009 hat Myles diese Nummer geschrieben und verrät im STAR FM-Interview, dass es jetzt erst Zeit gewesen sei, dass sie „das Licht der Welt entdeckt.“ Was sich bis hierhin nur ganz kurz angedeutet hat, lebt Kennedy in den folgenden Tracks komplett aus: Seine „musikalische DNA“, wie er selbst sagt. Er sei aufgewachsen mit Blues und Roots-Musik, welche unverkennbar auf der letzten Hälfte seines Albums Einzug halten und sich vor allem auf Tell Me Like It Is wiederfinden. „Das mein Favorit. Es ist anders, ich habe noch nichts in die Richtung gemacht. Es ist inspiriert von den Rolling Stones und Chuck Berry.“

Welch großes Glück also, dass Myles Kennedy letztes Jahr nicht touren und somit seine ganze Energie in The Ides Of March stecken konnte. Es ist ein abwechslungsreiches Werk, bei dem es extrem viel zu entdecken gibt und unterstreicht, dass Myles ein Mastermind auf vielen Ebenen ist.


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