Album der Woche ab 04.06.2021

Rise Against - Nowhere Generation

Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln - gute Musik machen dagegen aber schon!

Mit einer geballten Faust kann man keinen Händedruck wechseln - gute Musik machen dagegen aber schon! Das beweisen Rise Against nun schon seit fast 20 Jahren. Auch ihr neustes Album Nowhere Generation reiht sich nahtlos und mit gewohnter Durchschlagskraft in die politisch aufgeladene Diskografie der Band ein.

Auf Nowhere Generation, dem mittlerweile neunten Studioalbum der Band, verabschiedet sich das Punkrock-Quartett aus Chicago vom Pop-Rock-Sound der beiden Vorgängeralben Wolves und The Black Market und schlagen eine härtere Gangart ein, die an die Bandanfänge erinnert. Die neue Platte ist wütend und unbequem. Los geht es mit einer akustischen Überraschung. Rise Against steigen mit der sozialistischen Arbeiterhymne Die Internationale in ihr Album ein und machen damit gleich zu Beginn klar: Nowhere Generation ist eine Kampfansage gegen „die da oben“. Der russische Chor wird nach wenigen Sekunden abgewürgt und der eigentliche Opener The Numbers bricht über den Hörer herein. Ein Sturmtief aus Chicago, auch „Windy City“ genannt, das kräftig in den Gehörgängen rüttelt.

Lyrisch geht es dem Amerikanischen Traum an die Gurgel. Klug gebrüllte Texte auf schnellen Gitarren richten das Schlaglicht einmal mehr auf die Ungerechtigkeiten unserer Gesellschaft. Mit mehr als 6 Millionen verkauften Tonträgern gehören Rise Against wohl schon lange nicht mehr zu einer benachteiligten Mittelschicht und doch wirkt die kritische Positionierung authentisch. Insbesondere für die „Nowhere Generation“ (gemeint sind jene, die nach 1980 geboren wurden) dürften Zeilen wie „I know we're slipping through the cracks now / No place left on your map now to call home“ direkt ins Schwarze treffen. Auf Ohrwürmer müssen Fans trotzdem nicht verzichten. Unter anderem mit dem Titelsong Nowhere Generation, der Ballade Forfeit oder dem melodischen Sooner Or Later findet sich auf dem Album genügend Material zum Mitsingen.

Für Rise Against war Wut schon immer ein guter Berater. Und so fegen die vier Jungs aus Chicago auch auf ihrem neuesten Werk kampflustig durch krachende 40 Minuten. Sozialkritische Texte und unermüdliche Energie machen aus Nowhere Generation ein schepperndes Album mit Biss.


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